Wandervogelhof Reinstorf

Von Schneidern und Schmieden

Vom 29. September bis zum 1. Oktober hielt das Jahr ein wunderschönes Wochenende bereit,an dem es auf dem Wandervogelhof Reinstorf wieder einmal darum gehen sollte, am Gildenwochenende Wissbegierigen unterschiedlichste Formen der handwerklichen Arbeit näherzubringen.
Nachdem am Freitag die ersten der Neugierigen auf dem Wandervogelhof eingetrudelt waren, ging es nach einem abendlichen Mahl von italienischem Vorbild über in eine heitere Runde. Doch sollten sie es nicht zu bunt treiben, denn schließlich waren am bevorstehenden Tag noch alle Kräfte von Nöten.
Und so fanden sich alle munter und in voller Erwartung am nächsten Morgen zu einem kräftigen Frühstück wieder zusammen, um sich anschließend eine Gilde auszusuchen, in der ein jeder den Tag verbringen sollte. So standen sich dann also 50 gespannte Personen in einem Kreis gegenüber, zusammen mit denen, die eben jene mit ihrer Gilde in ein Thema einführen wollten. Es wurden Gilden in den unterschiedlichsten Bereichen angeboten, die eine handwerklich und die andere eher künstlerisch und für jede fanden sich neugierige Teilnehmer. Die einen entschieden sich für die Arbeit an der Esse, andere konnten sich mehr für die Gilde begeistern, die sich rund um die Erzeugnisse aus Äpfeln kümmern wollten. Eine Gruppe entschied sich dafür, Handpuppen zu nähen und eine hatte Interesse daran, sich künstlerisch mit Schrift auseinanderzusetzten. Und wie jedes Jahr durfte diesmal natürlich auch die Fotogilde nicht fehlen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das Treiben auf dem Hof zu dokumentieren und im eigenen Schwarzweißlabor auf Papier zu bannen.
Diese unterschiedlichen Gruppen belebten den Tag über den Hof mit ihrem geschäftigen Treiben. Während zwei im Hof die Apfelpresse bedienten, hörte man aus der Schmiede unaufhörlich das Klingen von Hammerschlägen. Man sah wie im Kaminraum die unterschiedlichen Charaktere der Handpuppenheran wuchsen oder wie auf der Koppel eine künstlerische Schriftperformance veranstaltet wurde. Alles festgehalten von den wachsamen Suchern der Fotokameras.All dies konnte nur von Käsebroten oder etwas später von Kaffee und Kuchen unterbrochen werden. So vertieft in die Arbeit sollte der Tag schnell vorübergehen und am Abend hatten es sich die verschiedenen Gilden zur Aufgabe gemacht ihre Erzeugnisse zu präsentieren, allerdings erst nach dem vorzüglichen Abendbrot.
So konnte man also in der Badestube die Vernissage der Schriftgilde bestaunen oder im Fotolabor die der fleißigen Fotografen. Im Kaminraum wurden allen der Drache, die Prinzessin und ihr Hofstab der Handpuppengilde vorgestellt und die Apfelgilde hatte einen Gabentisch mit Mus und Marmelade ihres Rohstoffes gefüllt.Allerdings wird es wohl noch eine Zeit dauern, bis der Apfelwein gereiftist. Ein Grund mehr, nächstes Jahr wieder dabei zu sein.
Henne FPN